Wir sind gespannt, was uns erwartet. Horst und Hildegard Krüger hatten es sich an einem der festlich geschmückten Tische gemütlich gemacht. Die beiden Joachimsthaler sind allein und wollten Heiligabend einmal in der Gemeinschaft verbringen. Mit ihnen waren rund 80 weitere Senioren in die Einrichtung an der Eberswalder Weinbergstraße gekommen. Viele kennen die Veranstaltung bereits, haben es Freunden und Bekannten erzählt, sagt Vivatas-Geschäftsführer Klaus Berger. Schon zum vierten Mal haben er und seine Mitarbeiter diesen Nachmittag für einsame Menschen vorbereitet. Im vergangenen Jahr kamen die Hoffnungstaler Werkstätten gGmbH mit ihrer Chefin Beatrix Waldmann hinzu.
Vor allem zu Weihnachten empfinden viele Menschen die Einsamkeit und Isolation als besonders schmerzlich, so Berger. Die familiären Bindungen werden weniger, Freunde und Bekannte verlieren sich aus den Augen. Wir wollen jedoch, das auch ältere Menschen noch am sozialen und kulturellen Leben teilhaben können, sagte der Vivatas-Geschäftsführer.
Ein kostenfreier Hol- und Bringedienst hatte die Senioren am Nachmittag ins Haus Schwärzetal gebracht. Die Gäste kamen vor allem aus Eberswalde, aber auch aus Joachimsthal, Melchow und Bernau. Gertraud Kranz und ihre Schwester Renate Schröder leben in Finowfurt und sind schon das vierte Mal dabei. Die Gemeinschaft ist einfach schön, sagt Gertraud Kranz.
Die Andacht hielt Pastor Johannes Feldmann, zugleich Vorstandsvorsitzender der Hoffnungstaler Anstalten Lobetal, zu der die gemeinnützige Werkstätten-Gesellschaft gehört. Er erinnerte in seinen Worten an "Augenblicke", die man nie vergisst. So etwa die Geburt der Kinder oder ausweglose Situationen, die noch ein gutes Ende gefunden haben. Die Weihnachtsgeschichte von der Geburt Jesu Christi sei von den Menschen immer wieder weitererzählt worden, so Feldmann. Sie gebe noch heute den Menschen eine große Hoffnung in Höhen und Tiefen des Lebens.
Die Immanuelgemeinde erfreute die Senioren mit einem Krippenspiel. Drei junge Leute traten mit ihren Instrumenten auf und Hermann Euler durfte mit seinem Posaunenchor auch nicht fehlen. Rudolf Hindenburg erzählte ein Märchen und nach Kaffee und Kuchen konnten sich die Gäste am frühen Abend noch mit Würstchen und Kartoffelsalat stärken. Eberswalde (MOZ) Donnerstag, 27. Dezember 2007
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